Frauen-Basketball-WM 2026: USA ist erneut Weltmeister

Die USA sind Basketball-Weltmeister 2026. Im Finale der Frauen-Basketball-WM 2026 in Berlin setzte sich die US-Auswahl am 13. September 2026 mit 97:79 gegen Frankreich durch und gewann damit zum fünften Mal in Folge den Weltmeistertitel. Für die USA ist es bereits der zwölfte WM-Triumph. Frankreich verpasste dagegen bei seiner ersten Finalteilnahme den ersten Titel der Geschichte.

Frankreich setzt die USA zu Beginn unter Druck

Vor 12.233 Zuschauer:innen in der Berlin Arena sah es zunächst allerdings nicht nach einem weiteren US-amerikanischen Erfolg aus. Frankreich erwischte den deutlich besseren Start, führte zu Beginn des zweiten Viertels mit 31:17 und nahm noch eine 45:43-Führung mit in die Halbzeit. Doch nach der Pause demonstrierten die USA eindrucksvoll, warum sie seit zwei Jahrzehnten das dominierende Team im internationalen Frauen-Basketball sind. Mit einem 30:12 im dritten Viertel drehten die Amerikanerinnen das Finale vollständig und ließen Frankreich anschließend nicht mehr zurückkommen.

Das Finale begann ähnlich umkämpft wie das olympische Endspiel von Paris 2024, das die USA gegen Frankreich erst mit 67:66 gewonnen hatten. Frankreich spielte mutig, traf hochprozentig von außen und setzte die US-Auswahl früh unter Druck.

Nach einem 20:17 im ersten Viertel legte Frankreich zu Beginn des zweiten Abschnitts einen starken Lauf hin. Zwischenzeitlich betrug der Vorsprung 14 Punkte. Gabby Williams führte die französische Offensive an und hatte bereits zur Pause 16 Punkte erzielt. Frankreich traf in der ersten Hälfte acht Dreier und schien auf dem besten Weg zu sein, die große Überraschung zu schaffen.

Doch noch vor der Halbzeit begann die Wende. Die USA arbeiteten sich Stück für Stück heran. Sekunden vor der Pause traf Caitlin Clark einen wichtigen Dreier zum 43:45. Aus einem zwischenzeitlichen 14-Punkte-Rückstand waren nur noch zwei Zähler geworden.

30:12 im dritten Viertel entscheidet das WM-Finale

Nach der Pause veränderte sich das Spiel vollständig. Die USA erhöhten Intensität und Tempo in der Defensive, während Frankreich seine offensive Sicherheit verlor.

Kahleah Copper und Jackie Young trafen früh von außen, Breanna Stewart übernahm zunehmend die Kontrolle unter den Körben und die amerikanische Defensive erschwerte Frankreich nahezu jeden Abschluss. Das dritte Viertel ging mit 30:12 an die USA. Aus dem 43:45 zur Pause wurde innerhalb von zehn Minuten eine 73:57-Führung.

MagentaSport-Experte Per Günther fasste die Veränderung treffend zusammen: „Dann haben wir gesehen, wie es dann leider wieder aussieht, wenn die Amerikanerinnen ernst machen.“

Frankreich fand im Schlussviertel nicht mehr entscheidend zurück. Die USA kontrollierten das Spiel, hielten den Vorsprung und feierten schließlich einen deutlichen 97:79-Erfolg.

Breanna Stewart führt die USA zum WM-Titel

Die prägende Spielerin des Finales und des gesamten Turniers war Breanna Stewart. Die Kapitänin erzielte gegen Frankreich 22 Punkte, holte zehn Rebounds und verteilte vier Assists. Sie traf sieben ihrer zehn Würfe aus dem Feld und kam auf einen Effizienzwert von 30.

Schon vor dem Finale hatte Stewart ihren Mitspielerinnen eine klare Botschaft gegeben: „We are the standard“ – wir sind der Maßstab. Nach dem Titelgewinn bekräftigte sie diesen Anspruch noch einmal.

Stewart wurde anschließend als MVP der Frauen-Basketball-WM 2026 ausgezeichnet. Sie kam im Turnier durchschnittlich auf 12,8 Punkte, 7,3 Rebounds und 2,8 Assists. Besonders bemerkenswert: Stewart ist die erste Spielerin der WM-Geschichte, die zweimal zur Turnier-MVP gewählt wurde. Bereits 2018 hatte sie die Auszeichnung erhalten.

Für die 32-Jährige ist es bereits der vierte persönliche WM-Titel. Damit zog sie bei den gewonnenen Weltmeisterschaften mit der früheren US-Ikone Sue Bird gleich.

Jackie Young liefert ihr bestes Spiel im Finale

Neben Stewart wurde Jackie Young zu einer der entscheidenden Figuren des Endspiels. Young erzielte 18 Punkte, sechs Rebounds und fünf Assists und wurde von FIBA als Player of the Game ausgezeichnet.

Kahleah Copper steuerte weitere 15 Punkte bei. Chelsea Gray erzielte zwölf Punkte und fünf Assists. Ebenfalls auf zwölf Punkte kam Caitlin Clark, die in nur 13 Minuten vier ihrer fünf Würfe verwandelte und außerdem drei Assists verteilte.

Gerade diese Tiefe war während des gesamten Turniers eine der großen Stärken der USA. Sieben der zwölf Spielerinnen bestritten in Berlin ihre erste große globale 5-gegen-5-Meisterschaft für die USA – dennoch konnte Trainerin Kara Lawson in den entscheidenden Situationen auf eine außergewöhnliche Mischung aus Erfahrung und jungen Stars zurückgreifen.

Kara Lawson lobt Stewart und die Stärke des US-Programms

Für Kara Lawson war es die erste Weltmeisterschaft als Cheftrainerin der US-Auswahl – und sie endete direkt mit Gold.

Nach dem Finale hob Lawson vor allem die Führungsrolle von Stewart hervor: „It starts with Stewie, her leadership.“ Stewart habe während des gesamten Turniers vorgelebt, wie man auf diesem Niveau gewinnt.

Lawson sah im erneuten Titelgewinn zudem einen Beleg für die Tiefe des amerikanischen Basketballs: „I think it just shows the strength of our federation.“ Gerade in den größten Momenten hätten ihre Spielerinnen ihre besten Leistungen abgerufen.

Das zeigte sich besonders im Finale. Nach einem schwierigen Beginn verlor die US-Auswahl nicht die Kontrolle, sondern steigerte defensiven Druck und Intensität genau zu dem Zeitpunkt, als die Entscheidung anstand.

Die Zahlen hinter dem WM-Titel der USA

Die Dominanz der USA lässt sich nicht nur am 97:79 im Finale ablesen. Auch die Statistiken des gesamten Turniers unterstreichen die außergewöhnliche Stellung des Weltmeisters.

Die USA gewannen ihre sechs Spiele bei der WM durchschnittlich mit 26 Punkten Vorsprung. Insgesamt blieb die Auswahl während des gesamten Turniers ungeschlagen.

Noch beeindruckender ist die langfristige Serie: Die USA haben inzwischen 36 WM-Spiele hintereinander gewonnen. Die letzte Niederlage bei einer Weltmeisterschaft gab es 2006 im Halbfinale gegen Russland. Rechnet man Weltmeisterschaften und Olympische Spiele zusammen, stehen sogar 72 Siege in Folge bei diesen beiden großen Turnieren zu Buche.

Mit zwölf WM-Titeln besitzen die USA nun doppelt so viele Goldmedaillen wie der zweitbeste Eintrag der historischen Rangliste, die Sowjetunion mit sechs Titeln. Der fünfte WM-Erfolg hintereinander stellt zugleich die historische Serie der Sowjetunion aus den Jahren 1959 bis 1975 ein.

Hohe Effizienz entscheidet das Finale

Auch die Wurfquoten erklären, warum die USA das Spiel nach der Pause drehen konnten. Insgesamt verwandelten sie 56 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld. Bei den Zweipunktwürfen lag die Quote sogar bei 62,2 Prozent. Frankreich kam auf 48 Prozent aus dem Feld und 50 Prozent bei den Zweiern.

Unter den Körben verschafften sich die USA ebenfalls Vorteile. Dazu kam die größere Tiefe des Kaders. Während Frankreich stark von Gabby Williams und Dominique Malonga abhängig war, konnten die USA die Last auf mehrere Spielerinnen verteilen.

Malonga führte Frankreich mit 21 Punkten an, Williams kam auf 20 Punkte und sieben Assists. Nach ihren 16 Punkten in der ersten Hälfte wurde Williams nach der Pause jedoch entscheidend gebremst und traf nur noch einen ihrer sieben Würfe aus dem Feld.

Chelsea Gray: USA beantwortet die Zweifel

Dass der Weg zum WM-Titel keineswegs problemlos verlief, gehört ebenfalls zur Geschichte dieses Turniers. Italien brachte die USA in der Gruppenphase beim 52:55 an den Rand einer Niederlage. Im Halbfinale stand es gegen Spanien nach drei Vierteln noch unentschieden. Auch Frankreich führte im Endspiel deutlich.

Gerade deshalb war die Reaktion nach dem Titelgewinn entsprechend selbstbewusst. Chelsea Gray sagte nach dem Finale: „There was a lot of noise out there. I’m pretty sure we quieted that a little bit.“

Die USA beantworteten die Zweifel letztlich auf dem Feld. Wann immer der Titelverteidiger ernsthaft unter Druck geriet, fand er im entscheidenden Moment eine Lösung.

Per Günther sieht den entscheidenden Schalter

Auch Per Günther hatte während des Turniers Zweifel daran, ob die USA noch einmal entscheidend zulegen könnten. Im Finale bekam er die Antwort.

Frankreich führte im zweiten Viertel mit 14 Punkten. Wenig später hatten die USA das Spiel nicht nur gedreht, sondern dominierten nahezu jede Position. Günther sprach bei MagentaSport von einer „Implosion“ Frankreichs und stellte fest, dass die USA plötzlich eine Intensität entwickelten, die zuvor kaum zu sehen gewesen war.

Genau diese Fähigkeit unterscheidet den Weltmeister weiterhin von der Konkurrenz: Selbst wenn ein Spiel schwierig verläuft, reicht oftmals eine kurze Phase maximaler Intensität, um es komplett zu verändern.

USA bleibt der Maßstab im Frauen-Basketball

Die Frauen-Basketball-WM 2026 hat gezeigt, dass die internationale Konkurrenz stärker wird. Italien fehlten nur drei Punkte zur Sensation, Spanien hielt das Halbfinale lange offen und Frankreich dominierte zeitweise sogar das Endspiel.

Am Ende blieb das Ergebnis dennoch dasselbe wie bei den vier Weltmeisterschaften zuvor: Die USA gewannen Gold.

Bemerkenswert ist dabei, dass A’ja Wilson, eine der besten Spielerinnen der Welt, kurz vor dem Turnier ausgefallen war. Trotzdem blieb das US-Team ungeschlagen. Neue Spielerinnen wie Caitlin Clark, Paige Bueckers, Angel Reese oder Aliyah Boston sammelten gleichzeitig wertvolle Erfahrung für die kommenden Jahre.

Der Übergang zur nächsten Generation hat damit begonnen, ohne dass die Erfolgsserie unterbrochen wurde. Breanna Stewarts Aussage „We are the standard“ ist nach dieser Weltmeisterschaft deshalb mehr als nur ein selbstbewusster Satz.

Die Zahlen geben ihr recht: zwölf WM-Titel, fünf Titel hintereinander, 36 WM-Siege in Folge und auch 2026 kein verlorenes Spiel. Die USA bleiben der Weltmeister – und weiterhin der Maßstab im internationalen Frauen-Basketball. Seit 1996 holte das Team USA immer den Olympiasieg, seit 2010 immer den WM-Titel. Die Konkurrenz bekommt 2028 ausgerechnet in Los Angeles die nächste Chance, die Dauersiegerinnen aus den Vereinigten Staaten zu stoppen.

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