Frauen-WM 2026 Spiel um Platz 3: Deutschland gegen Spanien

Die Frauen-Basketball-WM 2026 endet für Deutschland genau gegen den Gegner, gegen den sie begonnen hat. Am Sonntag, 13. September 2026, treffen die DBB-Damen um 16:30 Uhr in Berlin im Spiel um Platz drei auf Spanien. Neun Tage nach der deutlichen 53:83-Niederlage zum WM-Auftakt bietet sich dem Team von Bundestrainer Olaf Lange damit die Gelegenheit zur Revanche – und gleichzeitig die Chance auf die erste deutsche WM-Medaille überhaupt.

Am Sonntag live: Deutschland gegen Spanien
Das Halbfinale wird am Samstag live bei MagentaSport und bei ProSieben und Joyn. übertragen. Anpfiff in Berlin ist um 16:30 Uhr!

Die Voraussetzungen könnten spannender kaum sein. Deutschland hat bei dieser Heim-WM bereits ein Spiel mehr absolviert als Spanien und muss nach dem 64:86 im Halbfinale gegen Frankreich zum dritten Mal im Turnier an zwei aufeinanderfolgenden Tagen antreten. Spanien besitzt insgesamt weniger Spiele in den Beinen, musste dafür am Samstagabend beim 66:76 gegen Weltmeister USA bis weit ins Schlussviertel um den Finaleinzug kämpfen. Weil das spanische Halbfinale erst dreieinhalb Stunden nach der deutschen Partie begann, bleibt der Auswahl von Miguel Méndez vor dem Bronze-Spiel entsprechend weniger Zeit zur Regeneration.

Und dann ist da noch der Heimvorteil. Die Unterstützung in Berlin gehörte zu den prägenden Faktoren des deutschen Turniers. Nach sechs WM-Spielen und einem historischen Weg bis unter die besten vier Teams bekommt Deutschland ein letztes Mal die Chance, vor eigenem Publikum Geschichte zu schreiben. Die Berlin Arena wird ausverkauft sein.

Die große Chance zur Revanche

Das Bronze-Spiel schließt einen Kreis. Am 4. September 2026 eröffneten Spanien und Deutschland die WM in der Berlin Arena. Damals war der Unterschied gewaltig.

Spanien gewann mit 83:53 und führte bereits zur Halbzeit mit 50:24. Die spanische Auswahl traf 54 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld und sogar 50 Prozent ihrer Dreier. Deutschland kam lediglich auf 29 Prozent aus dem Feld und 17,4 Prozent von außen. Spanien führte nahezu die komplette Partie und lag zwischenzeitlich mit 32 Punkten vorne.

Es war nicht einfach nur eine Niederlage, sondern ein ernüchternder Start in die Heim-WM. Doch genau darin liegt die besondere Geschichte des zweiten Duells: Deutschland ist heute ein völlig anderes Team als am ersten Turniertag. Nach dem Fehlstart folgten Siege gegen Japan, Mali, Südkorea und schließlich der herausragende 93:74-Erfolg gegen Europameister Belgien. Erst Frankreich stoppte den deutschen Lauf im Halbfinale.

Deutschlands Weg zum Spiel um Bronze

RundeGegnerErgebnis
GruppenphaseSpanien53:83
GruppenphaseJapan74:58
GruppenphaseMali83:58
Qualifikation ViertelfinaleSüdkorea94:56
ViertelfinaleBelgien93:74
HalbfinaleFrankreich64:86

Deutschland hat damit bereits sechs Spiele bei dieser WM bestritten.

Spanien kam als Gruppensieger direkt ins Viertelfinale und musste deshalb nicht in der zusätzlichen Qualifikationsrunde antreten. Die Spanierinnen stehen vor dem Bronze-Spiel erst bei fünf Partien.

Dieser Unterschied könnte am Sonntag durchaus eine Rolle spielen.

Frankreich beendet Deutschlands Finaltraum

Im Halbfinale hielt Deutschland lange dagegen, musste sich Frankreich am Ende aber mit 64:86 geschlagen geben. Nach dem ersten Viertel lag die DBB-Auswahl lediglich 23:25 zurück, zur Halbzeit stand es 38:45. Auch danach kämpfte sich Deutschland immer wieder heran. Erst in der Schlussphase zog Frankreich endgültig davon.

Ein Hauptproblem waren die Ballverluste. Deutschland gab Frankreich zu häufig die Gelegenheit, seine Athletik im Umschaltspiel auszuspielen.

Olaf Lange machte nach dem Spiel deshalb keinen Versuch, das Problem kleinzureden. Entscheidend sei nun aber, den Blick sofort nach vorne zu richten. „Morgen haben wir die Chance auf eine Medaille, das ist völlig klar.“

Auch Emma Eichmeyer hob hervor, dass Deutschland trotz der Niederlage inzwischen erhebliche Fortschritte gemacht habe. Besonders die Unterstützung aus der Arena bezeichnete sie als außergewöhnlich.

Deutschland muss zum dritten Mal ein Back-to-back spielen

Der Turnierplan verlangt dem deutschen Team noch einmal alles ab. Das Bronze-Spiel ist bereits das dritte deutsche Back-to-back dieser WM. Auf Spanien folgte direkt Japan, auf Mali direkt Südkorea – und nun liegt zwischen dem Halbfinale gegen Frankreich und dem Spiel um Platz drei ebenfalls kein freier Tag.

Leonie Fiebich bezeichnete diese Belastung nach dem Halbfinale als außergewöhnlich. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass Deutschland bereits nach der Auftaktniederlage bewiesen habe, wie schnell es auf einen Rückschlag reagieren könne.

Deutschland hat zwar ein komplettes zusätzliches Spiel in den Beinen, besitzt vor dem Bronze-Duell aber zumindest einen kleinen zeitlichen Vorteil.

Das Halbfinale gegen Frankreich begann am Samstag um 16:30 Uhr. Spanien trat erst um 20:00 Uhr gegen die USA an. Beide Teams müssen am Sonntag um 16:30 Uhr wieder auf das Parkett. Spanien stehen damit rund dreieinhalb Stunden weniger Regeneration zwischen Halbfinale und Bronze-Spiel zur Verfügung.

Spanien zwingt die USA bis ins vierte Viertel

Wer glaubt, Spanien werde nach dem verpassten Finale völlig enttäuscht in das Bronze-Spiel gehen, sollte sich das Halbfinale gegen die USA genauer ansehen.

Die Auswahl von Miguel Méndez lieferte dem viermaligen Titelverteidiger einen außergewöhnlich harten Kampf und verlor erst mit 66:76. Nach drei Vierteln stand es sogar 58:58. Erst zu Beginn des Schlussabschnitts setzten sich die USA mit einem 12:2-Lauf entscheidend ab.

Spanien hatte bereits stark begonnen und führte im ersten Viertel zwischenzeitlich mit neun Punkten. Zur Halbzeit lagen die USA lediglich 39:36 vorne.

Besonders auffällig waren María Conde und Iyana Martín mit jeweils 17 Punkten. Gleichzeitig verteidigte Spanien so stark, dass die USA lediglich 40 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld und drei von 18 Dreiern trafen.

Dass der Rekordweltmeister trotzdem gewann, lag unter anderem an seiner Präsenz an der Freiwurflinie. Die USA verwandelten 27 von 35 Freiwürfen.

Für Deutschland ist das eine deutliche Warnung: Spanien kommt zwar nach einer Niederlage ins kleine Finale, hat aber nur wenige Stunden zuvor bewiesen, dass es selbst den großen WM-Favoriten über nahezu 40 Minuten an die Grenze bringen kann.

Spaniens Weg zum Spiel um Platz drei

RundeGegnerErgebnis
GruppenphaseDeutschland83:53
GruppenphaseMali73:82
GruppenphaseJapan79:59
ViertelfinaleAustralien89:66
HalbfinaleUSA66:76

Auch Spaniens Turnier verlief keineswegs geradlinig. Nach dem herausragenden Auftakt gegen Deutschland folgte überraschend ein 73:82 gegen Mali. Spanien traf dabei nur 18,2 Prozent seiner Dreier.

Anschließend stabilisierte sich das Team wieder. Gegen Japan folgte ein 79:59 und damit der Gruppensieg. Im Viertelfinale dominierte Spanien Australien beim 89:66. Bereits nach dem ersten Viertel führte das Team 31:17, zur Halbzeit stand es 58:37. Spanien traf insgesamt 48 Prozent aus dem Feld und 38,1 Prozent von der Dreierlinie.

Im Halbfinale folgte schließlich die bislang stärkste Vorstellung gemessen an der Qualität des Gegners – auch wenn sie nicht zum Sieg reichte.

Auftaktspiel darf Deutschland nicht vergessen – aber auch nicht überbewerten

Natürlich wird das 53:83 in der Vorbereitung auf Sonntag eine Rolle spielen. Spanien zeigte damals sehr deutlich, wo Deutschland Probleme bekommen kann. Das Team bewegte den Ball schnell, bestrafte defensive Fehler und traf insbesondere in der ersten Halbzeit nahezu alles. Bereits nach sieben Minuten hatte Spanien sechs seiner ersten sieben Dreier verwandelt.

Deutschland dagegen wirkte offensiv gehemmt und fand gegen die spanische Physis nur selten gute Abschlüsse. Doch seitdem hat sich viel verändert. Deutschland fand defensiv gegen Japan seinen Rhythmus, spielte gegen Mali zunehmend selbstbewusst, dominierte Südkorea und schlug anschließend Europameister Belgien mit 19 Punkten Vorsprung.

Das Bronze-Spiel sollte deshalb weniger als Fortsetzung der Partie vom ersten Spieltag gesehen werden, sondern vielmehr als Test dafür, wie groß die deutsche Entwicklung innerhalb von nur neun Tagen tatsächlich war.

Spanien bleibt ein unangenehmer Gegner für Deutschland

Unabhängig vom ersten WM-Spiel liegt Spanien Deutschland historisch nicht besonders gut.

Nach Angaben des Deutschen Basketball Bundes konnte Deutschland die spanische Auswahl vor dieser WM seit fast 30 Jahren nicht mehr bezwingen. Insgesamt hatte Deutschland nur vier der zuvor 27 offiziellen Begegnungen gewonnen.

Das letzte deutsche Erfolgserlebnis bei einem großen FIBA-Wettbewerb stammt aus dem Jahr 1997, als Deutschland bei der Europameisterschaft mit 72:71 gewann. Seitdem gingen die relevanten großen Duelle regelmäßig an Spanien, darunter das EM-Spiel 2025 mit 79:60 und das EM-Viertelfinale 2023 mit 67:42.

Ein Sieg im Bronze-Spiel wäre deshalb gleich in mehrfacher Hinsicht historisch.

Deutschland würde nicht nur erstmals eine WM-Medaille gewinnen, sondern gleichzeitig eine fast drei Jahrzehnte lange Serie gegen Spanien beenden.

Deutschland braucht einen besseren Start als im ersten Duell

Eines darf am Sonntag nicht passieren: Deutschland darf Spanien nicht erneut früh davonziehen lassen.

Beim 53:83 stand es nach zehn Minuten bereits 13:24 und zur Halbzeit 24:50. Spanien konnte danach mit großem Selbstvertrauen spielen und musste zu keinem Zeitpunkt auf einen deutschen Lauf reagieren.

Für das Bronze-Spiel wäre eine ausgeglichene Anfangsphase deshalb besonders wichtig.

Deutschland hat während des Turniers mehrfach gezeigt, wie stark das Team mit der Energie des Publikums spielen kann. Gegen Japan gelang ein 28:11 im ersten Viertel, gegen Mali führte die Auswahl fast die gesamte Partie und gegen Belgien hielt Deutschland auch in Drucksituationen den eigenen Rhythmus.

Ein guter Start könnte auch Spaniens Müdigkeit nach dem späten Halbfinale schneller zum Faktor machen.

Rebounds und Physis werden besonders wichtig

Spanien bestrafte Deutschland im Auftaktspiel nicht nur aus der Distanz. Auch bei der Physis und am Brett hatte die DBB-Auswahl zunächst Probleme.

Inzwischen ist gerade das Rebounding jedoch zu einer der größten deutschen Stärken geworden.

Nyara Sabally, Marie Gülich, Luisa Geiselsöder und Leonie Fiebich geben Deutschland viel Größe und Variabilität. Dazu kommt Frieda Bühner, die im Turnierverlauf immer wieder wichtige Rebounds gesammelt hat.

Deutschland sollte versuchen, Spanien zu einer körperlich anstrengenden Partie zu zwingen. Je häufiger die spanische Defense in langen Halbfeldsequenzen arbeiten muss und je mehr Zweikämpfe um Rebounds entstehen, desto eher könnte sich die kürzere Regenerationszeit bemerkbar machen.

Das gilt allerdings auch in die andere Richtung: Deutschland hat ein Spiel mehr absolviert und selbst nur wenige Stunden Zeit, die Belastung aus dem Frankreich-Duell aus den Beinen zu bekommen.

Ballverluste dürfen sich nicht wiederholen

Eine der wichtigsten Lehren aus dem Halbfinale gegen Frankreich betrifft die Ballkontrolle.

Der französische Druck führte zu zahlreichen deutschen Fehlern. Gegen Spanien wäre eine ähnliche Quote gefährlich. Auch die spanische Auswahl versteht es, Ballverluste in schnelle Punkte umzuwandeln.

Deutschland muss deshalb einen Mittelweg finden: offensiv aggressiv bleiben, ohne das Spiel zu überhasten.

Alexis Peterson-Smalls und Leonie Fiebich kommt dabei besonders viel Verantwortung zu. Gleichzeitig hat das Turnier gezeigt, dass Deutschland inzwischen auf mehrere Spielerinnen zurückgreifen kann, die Aktionen kreieren.

Gerade gegen Belgien war diese offensive Breite einer der Gründe für den historischen Viertelfinalerfolg.

Das Publikum als deutscher Trumpf

Der größte Vorteil gegenüber Spanien ist diesmal möglicherweise nicht taktischer Natur.

Deutschland spielt zum siebten und letzten Mal bei dieser WM in Berlin – und hat sich während des Turniers eine besondere Verbindung zum Publikum erarbeitet.

Schon beim Auftakt gegen Spanien kamen 12.550 Zuschauerinnen und Zuschauer in die Berlin Arena. Trotz der deutlichen Niederlage unterstützte das Publikum das Team bis zum Ende. Olaf Lange zeigte sich anschließend tief beeindruckt von der Unterstützung. Marie Gülich sprach von einer Atmosphäre, in der sie besonders gerne spiele.

Seitdem hat Deutschland den Fans vier Siege und den ersten WM-Halbfinaleinzug der Geschichte geboten.

Auch gegen Frankreich blieb die Unterstützung trotz des wachsenden Rückstands laut. Lange sagte anschließend ausdrücklich, dass die Fans den Kampf seines Teams gespürt und entsprechend beantwortet hätten.

Für Spanien ist das eine zusätzliche Herausforderung. Anders als gegen die USA wird die Stimmung am Sonntag eindeutig zugunsten des Gegners ausfallen.

Deutschland kann die erste WM-Medaille gewinnen

Was vor Beginn der Heim-WM als Wunschtraum erschienen wäre, ist nun nur noch einen Sieg entfernt.

Deutschland nimmt erst zum zweiten Mal überhaupt an einer Frauen-Basketball-WM teil. 1998 reichte es bei der ebenfalls im eigenen Land ausgetragenen Weltmeisterschaft zu Platz elf. 2026 steht die DBB-Auswahl erstmals im Halbfinale und spielt nun um Bronze.

Spanien kennt diese Bühne dagegen wesentlich besser. Die Auswahl gewann unter anderem WM-Silber 2014 und Bronze 2018. Die Rückkehr unter die besten vier ist für Spanien dennoch ebenfalls von großer Bedeutung: Acht Jahre lang hatte das Team auf eine weitere WM-Medaillenchance warten müssen.

Damit treffen am Sonntag zwei sehr unterschiedliche Geschichten aufeinander.

Spanien möchte sich nach einer starken WM wieder auf dem Podium zurückmelden. Deutschland kann das erfolgreichste Turnier seiner Geschichte mit der ersten WM-Medaille überhaupt krönen.

Deutschland gegen Spanien: Alles spricht für ein völlig anderes Spiel

Das Ergebnis vom ersten Turniertag macht Spanien zunächst zum Favoriten. Ein 30-Punkte-Sieg lässt sich nicht ignorieren.

Aber auch alles, was danach passiert ist, darf nicht ignoriert werden.

Deutschland hat sich von Spiel zu Spiel gesteigert, Europameister Belgien ausgeschaltet und Frankreich im Halbfinale deutlich länger gefordert als noch beim 63:85 im WM-Qualifikationsturnier im März. Spanien wiederum musste gegen Mali seine eigene überraschende Niederlage verarbeiten und hat im Halbfinale am Samstagabend enorme Kräfte gegen die USA gelassen.

Olaf Lange kennt die Aufgabe: „Spanien ist sehr gut und wir werden uns jetzt darauf fokussieren.“

Diesmal hat Deutschland allerdings etwas, das beim ersten Duell noch fehlte: sechs Spiele Turniererfahrung mit genau diesem Team, gewachsenes Selbstvertrauen und den Beweis, dass auch europäische Spitzenteams geschlagen werden können.

Spanien hat ein Spiel weniger in den Beinen. Deutschland hat dafür mehrere Stunden mehr Regeneration vor dem direkten Duell und die Berliner Fans im Rücken.

Und über allem steht die Revanche.

Neun Tage nach dem 53:83 bekommt Deutschland eine zweite Chance gegen Spanien. Diesmal geht es nicht um einen gelungenen Start in die WM – sondern um Bronze und die erste deutsche WM-Medaille der Geschichte.

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