Frauen-WM 2026: Deutschland gegen Spanien in Berlin

Wenn am Freitagabend in Berlin die Frauen-Basketball-WM 2026 beginnt, stehen die deutsche DBB-Damen sofort vor einer echten Standortbestimmung. Deutschland trifft am 4. September 2026 um 17:45 Uhr auf Spanien – und damit gleich zum WM-Auftakt auf einen der stärksten Gegner der Gruppe A. Für die Mannschaft von Bundestrainer Olaf Lange ist es das erste WM-Spiel seit 28 Jahren und gleichzeitig der Beginn einer Heim-Weltmeisterschaft, bei der die Erwartungen an die DBB-Auswahl so hoch sind wie wohl noch nie.

Auf dem Papier spricht einiges für Spanien. Die Spanierinnen stehen auf Platz sechs der FIBA-Weltrangliste, Deutschland auf Rang elf. Alle sieben von der FIBA erfassten Pflichtspielen zwischen beiden Teams gingen an Spanien. Auch das Vorbereitungsspiel Mitte August gewann die Auswahl von Miguel Méndez mit 65:60. Doch der Vergleich hat nur begrenzte Aussagekraft: Beide Teams mussten in der Vorbereitung lange auf wichtige WNBA-Spielerinnen verzichten. Erst unmittelbar vor der WM standen den Trainern ihre endgültigen Kader vollständig zur Verfügung.

Infos zum WM-Spiel Deutschland gegen Spanien: Termin, Uhrzeit und Übertragung

  • Wettbewerb: FIBA Women’s Basketball World Cup 2026
  • Runde: Gruppenphase, Gruppe A
  • Datum: 04.09.2026
  • Uhrzeit: 17:45 Uhr
  • Ort: Berlin Arena / Uber Arena, Berlin
  • TV: ProSieben
  • Livestream: Joyn
  • Weitere Übertragung: MagentaSport / MagentaTV

ProSieben beginnt seine Live-Übertragung bereits um 17 Uhr, der Tip-off erfolgt um 17:45 Uhr. Parallel ist die Partie kostenlos über Joyn zu sehen. MagentaSport und MagentaTV übertragen das Spiel ebenfalls.

Die Ausgangslage vor Deutschlands WM-Auftakt

Ein Blick auf die Ergebnisse der Vorbereitung könnte zunächst für Ernüchterung sorgen. Deutschland verlor alle drei offiziellen Testspiele: gegen Spanien mit 60:65, gegen Ungarn mit 62:68 und gegen die Türkei mit 62:63. Vor allem die knappe Niederlage bei der Generalprobe gegen die Türkei zeigte jedoch, dass die Ergebnisse allein die Entwicklung des Teams nur unzureichend beschreiben.

Deutschland führte gegen die Türkei zur Halbzeit mit 40:30 und hatte am Ende sogar noch die Gelegenheit, das Spiel zu gewinnen. Bundestrainer Olaf Lange zeigte sich deshalb trotz der dritten Niederlage in Folge nicht beunruhigt. „Das waren sehr gute Spiele“, erklärte er nach der Partie. Insbesondere mit der ersten Halbzeit war Lange zufrieden, während die zahlreichen Ballverluste gegen die türkische Pressverteidigung zu den Punkten gehörten, an denen noch gearbeitet werden musste.

Auch Kapitänin Marie Gülich will die Resultate der Testspiele nicht überbewerten. „Testspiele sind dafür da, den Rhythmus zu finden, wieder zusammenzufinden“, sagte sie im ZDF-Sportstudio. Fehler seien zu diesem Zeitpunkt sogar hilfreich, wenn die Mannschaft daraus die richtigen Schlüsse ziehe.

Das Entscheidende: Der Kader, der gegen Spanien, Ungarn und die Türkei getestet wurde, ist nicht identisch mit der Mannschaft, die nun in Berlin aufläuft.

Leonie Fiebich und Nyara Sabally rechtzeitig zurück – Satou Sabally fehlt

Mit Leonie Fiebich, Nyara Sabally, Frieda Bühner und Luisa Geiselsöder stehen gleich vier Spielerinnen im endgültigen deutschen Aufgebot, die 2026 in der WNBA aktiv sind. Mehrere von ihnen konnten aufgrund des amerikanischen Spielplans erst sehr spät zum Team stoßen.

Besonders wichtig ist die Rückkehr von Leonie Fiebich. Die 26-Jährige von den New York Liberty gehört mittlerweile zu den international renommiertesten deutschen Basketballerinnen und wird nach dem Ausfall von Satou Sabally eine noch wichtigere Rolle übernehmen. FIBA zählt Fiebich zu den 20 Spielerinnen, die bei dieser WM besonders im Blickpunkt stehen. Bundestrainer Lange bezeichnete sie angesichts ihrer Erfahrung und Spielintelligenz sogar als eine Art „graue Eminenz“ seiner Mannschaft.

Auch bei Nyara Sabally gab es kurz vor Turnierbeginn Entwarnung. Die Centerin beziehungsweise Forward-Spielerin wurde trotz ihrer vorherigen Wadenprobleme in den endgültigen Kader berufen und ist wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Ganz eindeutig wollte sie ihren körperlichen Zustand kurz vor dem Auftakt allerdings noch nicht bewerten. „Erste WM, und dann gleich zuhause. Das bedeutet mir sehr viel“, sagte Sabally.

Nicht dabei ist dagegen ihre Schwester Satou Sabally. Die deutsche Führungsspielerin leidet weiter unter den Folgen einer Gehirnerschütterung und musste ihre Teilnahme an der Heim-WM absagen. Für Deutschland ist das sportlich ein schwerer Verlust, denn Sabally wäre sowohl als Scorerin als auch aufgrund ihrer Athletik und Vielseitigkeit eine der zentralen Spielerinnen gewesen.

Deutschlands Kader gegen Spanien

Olaf Lange nominierte am 2. September seinen endgültigen Kader mit zwölf Spielerinnen. Patricia Broßmann wurde als letzte Spielerin gestrichen.

Nr.NamePositionVerein
22Emily BessoirSmall ForwardHozona Global Jairis (ESP)
25Clara BielefeldPoint GuardTexas Christian University (USA)
20Frieda BühnerForwardPortland Fire (USA)
19Britta DaubGuardEisvögel USC Freiburg (GER)
9Emma EichmeyerForwardBC Saarlouis Royals (GER)
13Leonie FiebichSmall ForwardNew York Liberty (USA)
15Luisa GeiselsöderCenterPortland Fire (USA)
21Marie GülichCenterTownsville Flames (AUS)
1Alexis Peterson-SmallsPoint GuardValencia BC (ESP)
8Nyara SaballyForward/CenterToronto Tempo (CAN)
24Lina SontagForwardCadí La Seu (ESP)
3Alexandra WilkeGuardRutronik Stars Keltern (GER)

Die Mischung ist bemerkenswert. Mit Gülich, Fiebich, Peterson-Smalls und Geiselsöder verfügt Deutschland über internationale Erfahrung, gleichzeitig stehen mit Frieda Bühner, Lina Sontag, Emily Bessoir und der erst 19 Jahre alten Clara Bielefeld mehrere Spielerinnen für die neue Generation.

Ein Schlüssel dürfte Alexis Peterson-Smalls sein. FIBA sieht die Spielmacherin als einen der wichtigsten Faktoren des deutschen Spiels. Sie soll Tempo und Struktur vorgeben und Deutschlands körperlich stark besetzten Frontcourt um Fiebich, Sabally, Gülich und Geiselsöder in Position bringen.

Spanien kommt mit fünf Siegen nach Berlin

Während Deutschland ohne Sieg durch die offiziellen Testspiele ging, verlief Spaniens Vorbereitung ergebnistechnisch nahezu perfekt. Das Team gewann seine fünf Partien der Vorbereitung. Vor allem die Erfolge gegen Europameister Belgien und Vizeweltmeister China unterstrichen das Potenzial der Mannschaft. Beim letzten Test gegen China musste Spanien allerdings bis in die Verlängerung gehen.

Ganz reibungslos verlief die Vorbereitung trotzdem nicht. Ähnlich wie Deutschland musste auch Miguel Méndez lange auf seine WNBA-Spielerinnen verzichten. Megan Gustafson stieß als letzte Spielerin erst in Berlin zum Team. Erst am Mittwoch vor dem Turnier absolvierte Spanien sein erstes Training mit allen zwölf WM-Spielerinnen.

Damit steckt im Auftaktspiel auf beiden Seiten eine große Unbekannte: Deutschland und Spanien haben ihre vermeintlich stärksten Formationen vor der WM kaum beziehungsweise gar nicht gemeinsam unter Wettkampfbedingungen testen können.

Spaniens Kader für die Basketball-WM 2026

Spaniens Trainer Miguel Méndez setzt auf eine Mischung aus bewährten Leistungsträgerinnen und einer außergewöhnlich talentierten jungen Generation. Acht Spielerinnen des EM-Kaders von 2025 sind wieder dabei, hinzu kommen vier WM-Debütantinnen.

Nr.NamePositionVerein
4Alba TorrensSmall ForwardAzulmarino Mallorca Palma (ESP)
10María CondeSmall ForwardToronto Tempo (CAN)
20Paula GinzoCenterZabiny Brno (CZE)
5Maite CazorlaPoint GuardZVVZ USK Praha (CZE)
14Raquel CarreraPower ForwardNew York Liberty (USA)
4Mariona OrtizPoint GuardCasademont Zaragoza (ESP)
11Awa FamCenterSeattle Storm (USA)
9Helena PueyoSmall ForwardValencia Basket Club (ITA)
44Iyana MartínPoint GuardSpar Girona (ESP)
2Elena BuenavidaGuardValencia Basket Club (ESP)
17Megan GustafsonCenterLas Vegas Aces (USA)
18Alicia FlórezGuardValencia Basket Club (ESP)

Besonders im Frontcourt ist Spanien hervorragend aufgestellt. Megan Gustafson bringt internationale Erfahrung, Abschlussstärke und Rebounding mit. FIBA sieht die 29-Jährige als eine der wichtigsten Spielerinnen der gesamten WM. Dazu kommen Raquel Carrera und das erst 20 Jahre alte Ausnahmetalent Awa Fam.

Auf den Außenpositionen verbindet Spanien ebenfalls zwei Generationen. Alba Torrens bringt mehr Erfahrung mit als jede andere Spanierin und ist die einzige Spielerin des aktuellen Aufgebots, die bereits bei einer Frauen-WM gespielt hat. An ihrer Seite stehen unter anderem María Conde, Maite Cazorla und die jungen Iyana Martín und Helena Pueyo.

Torrens machte unmittelbar vor dem Turnier deutlich, dass Spanien mit großem Ehrgeiz nach Berlin gekommen ist. Das Team lasse sie, wie sie vor der WM erklärte, wieder „träumen“. Gleichzeitig warnte die Kapitänin davor, angesichts der Möglichkeiten die nötige Demut zu verlieren. Nationaltrainer Méndez bezeichnete den aktuellen Kader sogar als möglicherweise stärkste spanische Auswahl seiner bisherigen Amtszeit.

Deutschland gegen Spanien: Die Bilanz spricht eindeutig für Spanien

Der historische Direktvergleich ist aus deutscher Sicht alles andere als erfreulich. Nach den offiziellen Daten der FIBA gab es bislang sieben Pflichtspiele zwischen Deutschland und Spanien – alle sieben gewann Spanien.

DatumWettbewerbErgebnis
20.06.2025EuropameisterschaftSpanien – Deutschland 79:60
22.06.2023Europameisterschaft, ViertelfinaleSpanien – Deutschland 67:42
07.07.2012EM-QualifikationDeutschland – Spanien 55:61
20.06.2012EM-QualifikationSpanien – Deutschland 66:39
18.06.2011EuropameisterschaftSpanien – Deutschland 79:69
20.11.2002EM-QualifikationSpanien – Deutschland 84:59
21.11.2001EM-QualifikationDeutschland – Spanien 57:85

Hinzu kommt das Vorbereitungsspiel am 15. August 2026 in Ludwigsburg. Auch dort setzte sich Spanien durch, diesmal allerdings nur mit 65:60. Das deutsche Team hielt die Partie trotz zahlreicher fehlender Leistungsträgerinnen bis in die Schlussphase offen.

Gerade dieser Test dürfte Deutschland Mut machen: Der Abstand war deutlich kleiner als bei den letzten Pflichtspielen. Gleichzeitig wird Spanien am Freitag personell erheblich stärker besetzt sein als Mitte August.

Erinnerungen an die EM 2025

Besonders präsent ist noch das Aufeinandertreffen bei der Europameisterschaft 2025. Deutschland ging damals mit großen Erwartungen in das Gruppenspiel in Hamburg, unterlag Spanien jedoch deutlich mit 60:79.

Trotzdem entwickelte sich das Turnier für beide Mannschaften erfolgreich. Deutschland erreichte am Ende einen historischen fünften Platz und bestätigte damit den Aufwärtstrend, der bereits mit der erstmaligen Olympia-Qualifikation 2024 begonnen hatte. Spanien zog sogar bis ins Finale ein und musste sich dort Europameister Belgien nur knapp mit 65:67 geschlagen geben.

Spanien reist damit als amtierender Vize-Europameister nach Berlin. Deutschland hingegen möchte bei erst seiner zweiten WM-Teilnahme nach 1998 erstmals das Viertelfinale erreichen – und angesichts des vorhandenen Talents möglichst noch deutlich weiter kommen. FIBA zählt beide Mannschaften zu den Teams, denen ein tiefer Lauf im Turnier zuzutrauen ist.

Warum das erste Gruppenspiel besonders wichtig ist

Durch den neuen WM-Modus hat das Duell auch für den weiteren Turnierweg große Bedeutung. Die 16 Nationalmannschaften spielen in vier Vierergruppen. Nur der jeweilige Gruppensieger zieht direkt ins Viertelfinale ein. Die Zweit- und Drittplatzierten müssen zunächst in einer zusätzlichen K.-o.-Runde um einen Platz unter den besten Acht kämpfen. Der Gruppenletzte scheidet aus.

Deutschland und Spanien gelten gemeinsam als Favoriten auf Platz eins in Gruppe A, in der außerdem Japan und Mali spielen. Ein Sieg im direkten Duell würde deshalb die Chance auf den Gruppensieg und damit auf einen freien Tag sowie den direkten Einzug ins Viertelfinale erheblich erhöhen.

FIBA stuft Spanien aufgrund der Weltranglistenposition und des internationalen Renommees als leichten Gruppenfavoriten ein. Deutschland besitzt dafür den Heimvorteil. Für den Auftakt in der großen Berliner Arena werden rund 14.500 Zuschauer erwartet.

Darauf kommt es gegen Spanien an

Aus deutscher Sicht dürfte zunächst entscheidend sein, wie schnell die spät eingetroffenen WNBA-Spielerinnen in die Abläufe integriert werden können. Leonie Fiebich gibt der Mannschaft Länge, Defense, Distanzwurf und Spielintelligenz. Nyara Sabally erweitert die Möglichkeiten unter dem Korb erheblich, sofern sie nach ihren Wadenproblemen bereits voll belastbar ist. Frieda Bühner wiederum spielte sich in den vergangenen Monaten mit starken Leistungen immer weiter in den Vordergrund.

Deutschland muss zudem seine Ballverluste reduzieren. Sowohl gegen Ungarn als auch gegen die Türkei wurden Phasen mit zu vielen Turnovern zum Problem. Gegen Spaniens aggressive Verteidigung und schnelle Guards könnten solche Fehler besonders teuer werden.

Spanien wiederum dürfte versuchen, seine größere Routine im Guard-Bereich auszuspielen und Deutschland permanent vor Entscheidungen zu stellen. Mit Cazorla, Martín, Ortiz und Buenavida verfügt Méndez über unterschiedliche Spielmachertypen. Im Frontcourt wartet mit Gustafson, Carrera und Fam gleichzeitig enorme Qualität.

Für Deutschland spricht die eigene Größe. Mit Fiebich, Sabally, Gülich, Geiselsöder, Bessoir und Sontag kann Lange zahlreiche große und variable Formationen auf das Parkett bringen. Gelingt es dem DBB-Team, defensiv den Korb zu schützen, das Reboundduell zumindest ausgeglichen zu gestalten und Peterson-Smalls bei der Spielorganisation zu entlasten, ist eine Überraschung möglich.

Deutschland will die Geschichte der Heim-WM neu schreiben

Die nackten Zahlen machen Spanien zum Favoriten: Platz sechs der Weltrangliste, sieben Siege in sieben Pflichtspielen gegen Deutschland, fünf gewonnene Vorbereitungsspiele und die Silbermedaille bei der Europameisterschaft 2025.

Doch Deutschlands Ausgangslage unterscheidet sich erheblich von früheren Duellen. Mit Fiebich, Sabally, Geiselsöder und Bühner stehen inzwischen mehrere Spielerinnen im Kader, die sich auf höchstem internationalem Niveau etabliert haben. Dazu kommen die Erfahrung von Gülich und Peterson-Smalls sowie die Entwicklung einer jungen Generation um Bessoir, Sontag und Bielefeld.

Olaf Lange mahnt deshalb wenige Tage vor dem Turnier zur Ruhe. „Am Anfang eines Turniers ist nie alles in Ordnung. Das ist eine falsche Sicherheit“, sagte der Bundestrainer nach den ersten Einheiten mit seinem nahezu kompletten Aufgebot. Entscheidend sei, wie sich die Mannschaft im Verlauf des Turniers entwickle.

Gegen Spanien bleibt dafür allerdings wenig Anlaufzeit. Schon das erste Spiel könnte bestimmen, welchen Weg Deutschland durch die Heim-WM nehmen muss. Ein Erfolg gegen den Vize-Europameister wäre nicht nur der erste Pflichtspielsieg überhaupt gegen Spanien, sondern zugleich ein deutliches Signal an die internationale Konkurrenz.

AM BALL BLEIBEN

Verpasse keine News und Angebote mehr!

Ja, ich möchte E-Mails erhalten. Abmeldung jederzeit möglich!

BASKETBALL-NEWSLETTER

Trage dich in unseren Basketball-Newsletter ein und verpasse keine News mehr!

Ja, ich möchte Meldungen per E-Mail erhalten. Abmeldung jederzeit möglich!